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Wetter-News: WAS BEDEUTET DIE REKORDKÄLTE IN DEN USA FÜR EUROPA?
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  vom Wetterdienst Q.met GmbH

Meldung vom 01.02.2019 06:20
WAS BEDEUTET DIE REKORDKÄLTE IN DEN USA FÜR EUROPA?

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Wiesbaden (Q.met) - Hartnäckig hält sich die vermeintliche Wetterregel, in Europa würde sich das Wetter aus den USA zeitlich versetzt einstellen. In einer Woche wäre demnach die Rekordkälte aus den USA bei uns. Aber ist das wirklich so einfach übertragbar?

Leider gibt es solche einfachen Regeln nicht. Das Wetter in den USA ist schon deshalb nicht auf Europa übertragbar, weil die orografischen Voraussetzungen gänzlich andere sind. Im Gegensatz zu den USA ist abgesehen vom Blick nach Osten zu den unendlichen Weiten Russlands keine derart große Landmasse vorhanden, der Einfluss der Ozeane ist hier also viel höher, die Witterung weit weniger kontinental. Weiterhin stellen West-Ost-verlaufende Gebirge wie die Alpen und die Pyrenäen erhebliche Hindernisse für die kalte Luft dar. Diese gibt es in den USA nicht. So kann dort ungehindert, auf direktem Weg und ohne den stark mildernden Einfluss des Meeres arktische Kaltluft über die unendlichen Weiten Kanadas weit nach Süden vorstoßen. Zudem ist Europa derart groß und heterogen, dass eine für europäische Verhältnisse vergleichbare Kältewelle weite Teile des europäischen Kontinents erfassen müsste, was höchst selten ist.

Soll es bei uns richtig kalt werden und eisige Luft mit mäßigen bis strengen Dauerfrösten Einzug halten, so muss die Luft auf direktem Weg aus nordöstlichen Richtungen über Land zu uns kommen. Das setzt voraus, dass sehr kalte kontinentale Luft aus der Arktis über Nordwestrussland bereit liegt, um zu uns gelenkt werden zu können. Wenn dann hoher Luftdruck vom Nordostatlantik und die Britischen Inseln bis nach Skandinavien und Nordwestrussland reicht und im Gegenzug über Osteuropa und Südosteuropa ein kräftiges Tief seine Kreise zieht, kann mit steifen Nordostwinden eisige Dauerfrostluft zu uns gelangen.

In Relation für Mitteleuropa vergleichbar führte letztmals ein massiver Kaltlufteinbruch aus Osten bis Nordosten am Rande eines nordosteuropäischen Hochs Anfang Februar 2012 zu ungewöhnlich niedrigen Höchstwerten unterhalb der Minus-5-Grad-Marke und zu strengen Nachtfrösten. Stark böige Ostwinde kamen hinzu und ließen die gefühlten Werte noch um rund 5 bis 7 Grad unter die Messwerte fallen. Da keine Schneedecke vorhanden war, traten erhebliche Schäden an der Flora auf. Umgekehrt hätte eine Schneedecke für noch niedrige Werte bei uns gesorgt.

Die aktuelle Eiseskälte in den USA rührt vom Polarwirbel her, der sich abgeschwächt hat und von dem sich Teile nach Süden in Richtung Kanada und in den Nordosten der USA in Bewegung gesetzt haben. Ein solcher Teil des Polarwirbels müsste demnach in den kommenden Wochen erstens nach Nordosteuropa driften und zweitens durch die Wetterlage mit einer nordöstlichen Strömung auf direktem Weg angezapft und mit hohem Tempo weit südwestwärts zu uns geführt werden, so dass sich die Luft auf dem Weg zu uns nur wenig erwärmen kann.

Eine solche Konstellation ist höchst selten, aber auch nicht völlig auszuschließen. Der Februar steht ja noch vor der Haustür und immerhin berechnet derzeit ein Modell tatsächlich für die zweite Hälfte der nächsten Woche eine bei uns auf Nordost drehende Strömung und das Heranströmen von arktischer Luft mit Dauerfrost im mäßigen bis strengen Bereich. Wetter.net hält Sie auf dem Laufenden.







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