
Wiesbaden (Q.met) - Graue Wand statt Morgenrot: In weiten Teilen Deutschlands beginnt der Tag derzeit im dichten Nebel. Vor allem im Norden und im Süden fiel die Sicht am Donnerstagmorgen stellenweise auf 150 Meter und darunter, und das ausgerechnet im Berufsverkehr. Hoch Klaus sorgt dafür, dass sich daran bis zum Wochenende wenig ändert. Erst ab Montag kommt wieder Bewegung in die Wetterlage.
Warum der Nebel nicht weichen will
Unter dem Hochdruckgebiet ist es nachts windschwach und oft wolkenlos. In den langen Novembernächten kühlt der Boden stark aus, die bodennahe Luft erreicht ihren Taupunkt und der Wasserdampf kondensiert zu feinen Tröpfchen. Von Nebel spricht man, wenn die Sicht unter einen Kilometer sinkt. Darüber liegt oft wärmere Luft wie ein Deckel (Inversion), die die kalte, feuchte Schicht in den Niederungen festhält. Weil die Novembersonne kaum noch Kraft hat, löst sich der Nebel manchmal erst mittags auf, in manchen Regionen gar nicht. Einer der nebligsten Orte Deutschlands ist laut DWD der Brocken im Harz: Im Jahr 1958 lag der Gipfel an 330 Tagen im Nebel.
Bis Samstag oft grau, dann kommt Bewegung
Auch am Freitag hält sich der Nebel gebietsweise zäh. Vom Nordwesten bis zum Erzgebirge und zum Bayerischen Wald zeigt sich nach der Auflösung teils die Sonne. Die Höchstwerte reichen von 3 Grad im Dauernebel bis 11 Grad bei Sonnenschein. Am Samstag bleibt es vor allem im Süden und Südwesten lange neblig-trüb, dazu fällt örtlich Sprühregen, bei 4 bis 10 Grad. In der Nacht zum Sonntag bildet sich vielerorts wieder dichter Nebel. Im Osten klart es teils auf, dort gibt es leichten Frost bis -3 Grad und auf Brücken stellenweise Reifglätte. Ab Montag wird es von Südwesten her unbeständiger, und mehr Wind räumt die Nebelfelder dann nach und nach ab.
Auf Sicht fahren: Was im Nebel gilt
Im Nebel gilt: Abblendlicht an, deutlich langsamer fahren und den Abstand vergrößern. Die Leitpfosten am Straßenrand stehen im Abstand von 50 Metern und helfen beim Schätzen der Sichtweite. Die Nebelschlussleuchte darf laut Straßenverkehrs-Ordnung erst bei weniger als 50 Metern Sicht eingeschaltet werden, und dann sind höchstens 50 km/h erlaubt. Wie gefährlich plötzliche Nebelbänke sind, zeigt die Katastrophe in der Münchberger Senke an der A9 im Oktober 1990: Dort waren rund 100 Autos in Unfälle verwickelt, zehn Menschen starben und 122 wurden verletzt. Besonders tückisch sind Senken, Flussniederungen und Talbrücken.