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Wetter-News: MEDICANE IM MITTELMEER MÖGLICH: STURZFLUTEN DROHEN KRETA
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  vom Wetterdienst Q.met GmbH

Meldung vom 16.09.2026 10:06
MEDICANE IM MITTELMEER MÖGLICH: STURZFLUTEN DROHEN KRETA

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Wiesbaden (Q.met) -

Zwischen Nordafrika und Süditalien kreist ein Tief über ungewöhnlich warmem Wasser – und könnte tropische Züge annehmen. Ein Medicane, der seltene Wirbelsturm des Mittelmeers, ist damit noch nicht ausgemacht, die Gefahr aber real. Bis Mittwoch verlagert sich der Schwerpunkt nach Kreta und in die Ägäis. Bedrohlich ist dabei weniger der Wind als der Regen.

Warmes Wasser als Treibstoff

Das Tief liegt derzeit zwischen Nordlibyen und Süditalien und schiebt Gewitterballungen um sein Zentrum. Darunter liegt Meerwasser von 27 bis 29 Grad – deutlich mehr als üblich für Mitte September. Ob daraus ein echter Medicane mit warmem Kern und Auge wird, ist offen: Fachleute veranschlagen die Wahrscheinlichkeit auf gering bis mäßig, The Weather Network nannte am Dienstag 30 bis 40 Prozent. Solche Systeme sind klein, kurzlebig und deshalb notorisch schwer zu berechnen. Sicher ist nur die Zugrichtung: ostwärts über das Ionische Meer.

Sturzfluten sind die eigentliche Gefahr

Medicanes töten selten durch Sturmböen, sondern durch Wasser. Weil sie langsam ziehen und enorme Feuchte mitführen, fallen lokal extreme Regenmengen in kurzer Zeit. Ianos traf im September 2020 die Ionischen Inseln, Daniel ließ im September 2023 bei Derna in Libyen zwei Talsperren brechen – nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie starben mehrere tausend Menschen. Diesmal ziehen Regen und Gewitter am Mittwoch über den Südpeloponnes, Kreta, die Kykladen und den Dodekanes. Der griechische Wetterdienst EMY betont ausdrücklich, dass er bislang keine landesweite Notfallwarnung ausgegeben hat.

Ruhiger Atlantik, windiges Deutschland

Die Rollenverteilung ist in diesem Herbst ungewöhnlich: Während im Mittelmeer ein tropenähnliches Tief brütet, ist im Atlantik bis heute kein einziger Hurrikan entstanden – später als je zuvor in der Satellitenära, bisheriger Rekord war der 11. September. Verantwortlich ist die starke Scherung eines kräftigen El Niño. Uns in Deutschland erreicht davon nichts: Von Donnerstag bis Montag bestimmt eine westzyklonale Lage das Wetter mit Schauern, 17 bis 24 Grad und stürmischen Böen an Nord- und Ostsee sowie im Bergland. Wer gerade in Südgriechenland Urlaub macht, sollte dagegen Ausflüge in enge Täler und trockene Flussbetten meiden.







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