Wiesbaden (Q.met) - Die Fässer bleiben in diesem Herbst deutlich leerer als sonst: Der Dürresommer 2026 hat die Trauben in Deutschlands Weinbergen klein gehalten, die Lese ist fast überall vorbei. Das Deutsche Weininstitut rechnet mit rund einem Fünftel weniger Wein als im Durchschnitt, dafür mit einem außergewöhnlich guten Jahrgang. Der Regen, der jetzt am Wochenende kommt, hilft den Reben erst im nächsten Jahr.
Ein Fünftel weniger Wein als üblich
Nach einer Mitteilung des Deutschen Weininstituts (DWI) vom 12. Oktober dürfte die Erntemenge rund 20 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 8,7 Millionen Hektolitern liegen. Das wären etwa 7 Millionen Hektoliter und damit eine Größenordnung wie zuletzt 2010, als 7,1 Millionen Hektoliter in die Keller kamen. Zum Vergleich: 2025 waren es 7,7, 2024 rund 7,8 Millionen Hektoliter. Das Statistische Bundesamt hatte auf Basis des Stands vom 20. September noch 8,0 Millionen Hektoliter geschätzt. Der Unterschied erklärt sich vor allem dadurch, dass erst beim Pressen sichtbar wurde, wie wenig Saft die kleinen Beeren tatsächlich hergeben. Endgültige Zahlen aus allen 13 Anbaugebieten stehen noch aus.
Hitze, Sonne und kaum Regen
Der Grund liegt im Wetter des Sommers. In Geisenheim im Rheingau lag die Mitteltemperatur im Juli nach Daten des Deutschen Wetterdienstes bei 22,8 Grad, seit Beginn der Messreihe 1885 waren nur zwei Juli-Monate ähnlich warm oder wärmer. Dazu fielen dort im ganzen Monat nur 4,9 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Folge waren kleine, dickschalige Beeren mit wenig Saft, aber konzentrierten Aromen. Pilzkrankheiten hatten bei der Trockenheit kaum eine Chance, die Trauben gelten als sehr gesund. Laut DWI begann die Lese in allen Anbaugebieten so früh wie noch nie seit Beginn der Erfassung, etwa vier Wochen früher als vor 30 bis 40 Jahren. Alte Reben mit tiefen Wurzeln kamen gut zurecht, junge Anlagen auf leichten Böden litten sichtbar.
Regen kommt für die Ernte zu spät
Nach milden Tagen mit 16 bis 22 Grad am Freitag stellt sich das Wetter am Wochenende um. Am Samstag regnet es im Süden verbreitet, im Südwesten und damit auch über Pfalz, Baden und Teilen Rheinhessens länger anhaltend. Die Temperaturen sinken auf 12 bis 16 Grad, am Sonntag sind nur noch 8 bis 14 Grad drin. In den Nächten kühlt es auf 8 bis 2 Grad ab. Für die Lese kommt das Wasser zu spät, für die Weinberge ist es trotzdem wichtig: Die ausgedörrten Böden brauchen über den Winter viel Regen, damit die Reben im Frühjahr mit gefüllten Wasserspeichern austreiben können. Ab Dienstag wird es nach zähem Nebel wieder ruhiger und trocken bei 12 bis 18 Grad.
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