Wiesbaden (Q.met) - Champi ist kein Taifun mehr, doch für Japan ist die Gefahr noch nicht vorbei. Die Überreste des stärksten Wirbelsturms des Jahres haben eine Front über dem Land kräftig angefacht. Auf der Insel Tsushima sind seit Freitag schon rund 380 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Bis Dienstagvormittag (Ortszeit) zieht das Regengebiet von Kyushu bis in den Großraum Tokio.
Mehr als das Dreifache eines ganzen Oktobers
Nach Angaben des japanischen Wetterdienstes JMA ist Champi am Sonntag um 21 Uhr Ortszeit über dem Ostchinesischen Meer in ein außertropisches Tief übergegangen. Die feuchte Tropenluft bringt er trotzdem mit. Die vorläufigen Messwerte des JMA-Messnetzes zeigen von Freitagmorgen bis Montagfrüh 380,5 Liter pro Quadratmeter in Tsushima, 205 Liter in Imari und 170 Liter in Itoshima. In Hirado kamen bis Montagnachmittag laut dem Sender KTN 397,5 Liter zusammen, mehr als das Dreifache des Oktobermittels von 116,6 Litern. Laut KTN kam in der Präfektur Nagasaki ein Mann ums Leben, der nach einem Boot sehen wollte.
Montagabend trifft der Starkregen Tokio
Das Tief zieht am Montag mit seiner Front über Kyushu und südlich an Shikoku vorbei nach Osten. Japanische Meteorologen erwarten in 24 Stunden bis 250 Liter pro Quadratmeter auf Shikoku und bis 200 Liter in der Region Kanto-Koshin. In Kanto mit Tokio, Kanagawa und Chiba fällt der stärkste Regen ab dem Abend, also mitten in den Feierabend. In kurzer Zeit sind örtlich 30 bis 50 Liter pro Stunde möglich. Das Wetteramt Fukuoka warnt vor Erdrutschen, überfluteten Senken und über die Ufer tretenden Flüssen. Vor der Küste von Tsushima sind bis 5 Meter hohe Wellen möglich.
Danach Sommerwärme, Schnee im Norden und in Deutschland ruhiger
Champi hatte zuvor schon Okinawa getroffen. Dort waren 13.000 Haushalte ohne Strom, die Präfektur forderte die Selbstverteidigungskräfte an. Am Dienstag lässt der Regen in Japan nach. In Osaka und Nagoya sind dann sogar wieder 25 Grad möglich, am Mittwoch fällt auf Hokkaido Schnee bis ins Flachland. Und mit Taifun Infa zählt die Saison schon 31 benannte Stürme. In Deutschland wird es nach den Herbststürmen ruhiger. Am Dienstag erwarten wir viel Sonne im Süden bei 14 bis 19, im Südwesten bis 21 Grad. Am Mittwoch zieht ein Regenband durch, ab Donnerstag setzt sich ruhiges Hochdruckwetter mit Nebel durch.
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