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Wetter-News: SPÄTHERBST ODER SPÄTSOMMER, DERZEIT VON ALLEM ETWAS
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  vom Wetterdienst Q.met GmbH

Meldung vom 06.11.2011 07:33
SPÄTHERBST ODER SPÄTSOMMER, DERZEIT VON ALLEM ETWAS

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Wiesbaden (Q.met) - Im Osten bringt ein Kälteeinbruch Schnee, im Westen ist es dagegen noch mancherorts spätsommerlich. Und zusätzlich gibt es stellenweise katastrophale Regenfälle.

Nix mit Spätherbst in Mitteleuropa. Hier schickt entweder der Spätsommer verspätete Grüße oder der Vorfrühling scheint vorlaut seine Nase in den November zu stecken. Der sogenannte Martinisommer lässt die Temperaturen bis auf rekordverdächtige Werte schnellen. In den Schweizer Alpentälern sowie im Tiroler Inntal wurden am Samstag bei Föhn bis 25 Grad im Schatten erreicht, auch in Deutschland ging es mit der Sonne stellenweise bis auf mehr als 20 Grad rauf. Auf der anderen Seite der Berge blieb es im Regen kühl. Nur 10 bis 15 Grad waren die Höchstwerte auf der Alpensüdseite. Dort regnet es nun schon seit Donnerstag, und der Regen hält bis zum Montag noch an. Derzeit sind mancherorts um 250 mm Regen gefallen mit entsprechenden Folgen. Von den Ligurischen Bergen liegen Beobachtungen von 454 mm in 24 Stunden vor. Wie schon vor einigen Tagen wurden neben Ligurien und die Toskana auch die Lombardei, aber auch Südfrankreich getroffen. Erneut sind Menschenleben zu beklagen, einige Menschen werden vermisst.

Ursache der heftigen Regenfälle ist die besondere Wetterlage. So lenkt Tief Rolf bei den Balearen warme und trockene Saharaluft nach Norden. Über dem 16 bis 24 Grad warmen Mittelmeer nimmt die nach Feuchte lechzende Luftmasse viel Wasserdampf auf. Gesättigt, so wie nach einem heftigen Essen mancher Zeitgenosse satt ist, geht auch in die Luft kein Wasser mehr rein. Die mit Wasser vollgetränkte Luft regnet sich vor allem an den Küsten und Alpen aus. Bis zum Montag sind weitere 200 Liter Regen auf den Quadratmeter möglich, mit allen Folgen. Behörden in Ligurien haben Bewohner gefährdeter Gebiete aufgefordert, die höheren Stockwerke oder Dächer aufzusuchen. Falls möglich, sollte man die Gebiete verlassen. Doch dies dürfte bei Erdrutschungen und überschwemmten Straßen schwer möglich sein.

Wie geht’s weiter? Der Nachschub von Regenwasser am Mittelmeer lässt von Dienstag an nach. Doch eine Änderung der Wetterlage gibt es nicht. Während im Osten Polarluft vorübergehend bis zur unteren Wolga und dem Kaukasus Schnee bringt, verbleibt Mitteleuropa in milder Luft. Zum nächsten Wochenende hin soll sich die Zufuhr von milden Luftmassen sogar wieder verstärken.

Bis zum nächsten Mal.

Karl Heinz Oberthier
Diplom-Meteorologe






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