|
|
Wetter-News: SONNENNÄHE UND TROTZDEM WINTER?
|
| |
vom Wetterdienst Q.met GmbH |
|
|
|
Meldung vom 15.01.2012 07:29 |
|
SONNENNÄHE UND TROTZDEM WINTER? |
|
|
|
|
Wiesbaden (Q.met) - Der sonnennächste Punkt ist gerade vorbei. Nun entfernen wir uns bis zum Juli wieder von der Sonne. Doch das war nicht immer so, die Veränderungen haben Einfluss auf unser Klima.
Die Umlaufbahn der Erde um die Sonne ist nicht immer gleich. Zudem eiert die Erde wie ein Kreisel, allerdings mit sehr langen Perioden. Zur Zeit sind wir Anfang Januar mit ein wenig mehr als 147 Millionen Kilometern der Sonne am nächsten, Anfang Juli mit mehr als 152 Millionen Kilometern der Sonne am entfernsten Punkt der Bahn der Erde um unser Zentralgestirn. Dies führt dazu, dass wir in unserem Winter die meiste, im Sommer die geringste Energie von der Sonne empfangen. Trotzdem hat dieser Effekt kaum Einfluss auf das derzeitige Klima. Glücklicherweise leben wir in einer Zeitspanne, in der die Sonne im Winter über der Südhemisphäre steht. Dort gibt es 4/5 Wasseranteile und nur 1/5 Landanteil. Somit wird die meiste Energie im Ozeanwasser gespeichert und über Meeresströmungen allmählich weltweit verteilt. Die Nordhemisphäre besteht zu 2/3 aus festem Land und nur 1/3 aus Wasser. Land erwärmt sich aufgrund der geringeren Wärmekapazität schneller als Wasser und kühlt sich auch rascher ab.
Diese Effekte führen unter anderem zum derzeitigen Klima auf der Erde. In etwa 13000 Jahren kehren sich die Verhältnisse um. Dann befindet sich die Erde im Juli am sonnennächsten Punkt. Somit heizen sich die Landmassen auf der Nordhalbkugel rascher auf und kühlen sich im Winter auch rascher wieder ab. Als Folge steht dann eine kältere winterliche Klimaphase als derzeit bevor. Der Sommer wird im kontinentalen Klima jedoch für einige Monate heißer sein als derzeit.
Fazit: Die Wetterextreme zwischen Sommer und Winter werden größer sein als derzeit, Schnee und Eis breiten sich auf. Doch bis dahin ist noch viel Zeit. Eis und Schnee brauchten wir in diesem Winter in den Niederungen nicht all zu sehr zu fürchten.
Bis zum nächsten Mal.
Karl Heinz Oberthier Diplom-Meteorologe
|
|
|
|
|
|